#6 | Food-Diversity • Food & Metaverse • News Bites • Tada Ramen

Ho ho ho,

bevor das FOODVERSE in die Winterpause geht und wir uns alle durch Berge von Plätzchen, Fondues und Raclettes futtern, noch ein ernsteres Thema.

Vor kurzem bin ich auf diesen Artikel gestoßen, in dem es um die fehlende ethnische Diversität im amerikanischen Supermarktregal geht. 
Im heutigen Deep Dive geht es um Menschen und Marken, welche dies ändern möchten.

Ich wünsche euch allen ein paar schöne, erholsame Festtage.
Den nächsten Newsletter gibt´s am 09.01.2022.

Feliz Navidad
Philipp
Deep Dive
Ist unser Supermarktregal zu “weiß”?

In den vereinigten Staaten bezeichnen sich etwa 40 % der Menschen als nicht-weiß. Und auch in Deutschland liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei über 26%. Doch unsere Supermärkte spiegeln diese Globalisierung noch nicht wider. 
Dem hat sich nun eine Gruppe engagierter Personen angenommen mit dem Ziel, sich “einen Platz am Tisch” zu sichern und “unsere Teller zu entkolonialisieren”.
Dieser New American Table ist eine Koalition von Investoren und Unternehmern, die sich für ein integrativeres Lebensmittelgeschäft einsetzen. Dazu zählt das Kuratieren von Gesprächen über Gerechtigkeit und Inklusion sowie eine stärkere Fokussierung und Finanzierung von historisch ausgeschlossenen Unternehmern.

„Das Lebensmittel-Ökosystem wird täglich durch die Arten von Innovationen definiert, die Risikokapital, Fremdkapital sowie Regalflächen und Vertrieb erhalten. Dennoch gibt es systemische Barrieren, die unterrepräsentierte Gruppen von diesen Möglichkeiten isolieren können. Dies steht vor dem Hintergrund des zunehmenden Multikulturalismus in Amerika.“ (Noramay Cadena, Mitgründerin des New American Table)

Eine der Marken, die das nun ändern wollen ist Omsom. Das New Yorker Startup kombiniert Saucen, Aromen, Gewürze und Öle als Grundlage vietnamesischer und koreanischer Gerichte. “Om sòm“ ist vietnamesisch und bedeutet “laut, wild und aufrührerisch”. So geben sich auch die beiden Gründerinnen Vanessa und Kim Pham. Und das mit Erfolg. Die Marke kommt in den Sozialen Medien auf mehrere Zehntausend Follower.

Ein weiteres Beispiel ist die Marke Ayo Foods (Ayo bedeutet „Freude“). Sie vertritt die afrikanische Küche und bietet im Portfolio eine vielfältige Auswahl an Tiefkühlgerichten wie Jollof-Reis, Maniok-Blatt-Eintopf bis hin zur Egusi-Suppe
Darüber hinaus fördert Ayo auch Projekte in den afrikanischen Ländern, aus denen die Zutaten stammen.

Beide Marken wollen damit vor allem einem Problem entgegenwirken: Den fehlenden Zutaten. Denn diese sind häufig so speziell, dass sie kaum im üblichen Lebensmittelhandel zu finden sind. Und auch der Umgang mit den unbekannten Zutaten fällt vielen – weiß oder nicht-weiß – häufig schwer. 
Diese Barriere wollen die Gründer*innen mit ihren Produkten schließen.

Wer fehlt noch? Richtig, die hispanische Bevölkerungsgruppe.
Diese wird unter anderem durch die Marke Nemi (bedeutet „leben“ in der Sprache der Azteken) vertreten, die Snacks aus Nopales herstellt – einer Kaktuspflanze, die in der mexikanischen Kultur verehrt wird.
Nemi ist ein gutes Beispiel dafür, dass aus diesem kulturellen Anspruch auch ganz neue Inovationen entstehen können. Die ursprüngliche Zutat ist typisch mexikanisch. Das letztendliche Produkt komplett neu.
News Bites
FRoSTA´s Metaverse-Playbook 
In-Game-Advertising dürfte auch für Lebensmittelmarken nichts neues sein. Doch was FRoSTA AG im Open-World-Videospiel Grand Theft Auto (GTA) macht, nimmt nochmal (wortwörtlich) ganz andere Dimensionen an.

Joko investiert in Greenforce
Joko Winterscheidt hat erneut in ein nachhaltiges Food-Startup investiert. Greenforce vertreibt vegane Fleischersatzprodukte in Pulverform, welches von Kund*innen selbstständig zu “Fleisch” zusammengerührt wird. Vorteile: Weniger Energiekosten, lange haltbar und besser zu dosieren.

Auch Veggie-Fleisch kann bluten
Das Start-up Yemoja möchte mittels roter Mikroalgen pflanzliche Burger und Steaks, eine authentische “blutige” Saftigkeit verleihen.

Veganes Flüssig-Ei bald auch in deutschen Supermarktregalen
JUST Egg ist zwar Vorreiter im Bereich der pflanzlichen Ei-Alternativen, aber die Zulassung in Europa fehlt noch. Die beiden deutschen Startups Plant B und Lovely Day Foods sind da schon weiter und wollen Anfang 2022 die ersten pflanzlichen Flüssig-Ei-Alternativen in den Handel bringen.

Fisch ohne Gräten (und ohne Fischsterben)
Das Algae2Fish-Projekt möchte mithilfe von Algen neue Techniken zur Züchtung von grätenfreien Fischfilets aus Seebarschzellen entwickeln.
Crypto Meets Food
Budweiser läd ins Budverse ein
Wie kann man den Hype um NFT (Non-Fungible Token) als F&B-Marke für sich nutzen? Diese Frage hat Budweise für sich mit dem Budverse beantwortet (eine Anspielung auf Zuckerbergs “Metaverse”).

Budweiser launchte auf der Handelsplattform Opensea eine Kollektion aus 1.900 NFTs, die aus insg. 36 goldenen Dosen bestehen. Käufer dieser NFTs erhalten Zugang zum Budverse, der “besten Biercommunity im Metaverse”. Wie dieses Budverse aussehen soll, weiß noch niemand. Dem Erfolg der Aktion tut dies aber keinen Abbruch. Budweiser verkaufte bereits NFTs im Wert von 416 Ethereum, also etwa 1,7 Millionen Euro.
Startup Corner
Tada Ramen – Traditionelle japanische Ramen Suppe im Glas
Das Startup Tada Ramen macht das, was im üblichen Haushalt nur unter großem Aufwand zu erreichen ist: einen authentischen japanischen Fond, der die Basis der traditionellen Nudel-Suppe “Ramen” stellt. 
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