#5 | Just Exit • Crypto • Tiktok 2021 • Polly

Moin Moin, 

wer Fast Food liebt, zufällig mal im Hamburger Mittelkanal paddelt und ein Hüngerchen verspürt, der kann sich zukünftig mal nach dem McDonalds Schalter umgucken. Denn in Hamburg gibt es das weltweit einzige McBoat.

Obwohl das “Essen” der Fast Food Kette meist enttäuscht, fasziniert mich das Unternehmen immer wieder aufs neue. Liegt vielleicht auch an der Gründerstory, die im Film The Founder sehr unterhaltsam erzählt wird. 

Ray Kroc (der ja nicht so richtig der Gründer ist, aber dann irgendwie auch doch) hat sein Leben dem Aufbau des Burger-Imperiums bis zu seinem Tod gewidmet. 
Doch ist es heute noch üblich, dass Gründer die vollständige Metamorphose ihres Unternehmens mit machen? Die Exits vieler Food-Startups der letzten Jahre lassen teilweise anderes vermuten. 

Mehr dazu im heutigen Mini-Deep-Dive.

Philipp
Just Exit
Da ist er also: der Exit für das Gewürz-Startup Just Spices. Und es ist nur logisch, dass mit Kraft-Heinz einer der größten Lebensmittelkonzerne der Welt zugeschlagen hat. Das Startup hat alles, womit sich die großen Unternehmen schwer tun: treue Fans, einen sehr hohen Direct-to-Customer Anteil und agile Strukturen.
Außerdem wissen die Düsseldorfer wie kaum ein anderes Food-Startup mit Social Media umzugehen.

Die Entscheidung, den Exit an einen solchen Konzern ist verständlich. Aber irgendwie hat die Sache mit den “Food-Exits” auch ein Geschmäckle
Spätestens seit Start der Höhle der Löwen hat die Anzahl an Gründungen von Unternehmen mit Lebensmittelbezug stark zugenommen. Ein Gewinn für die Diversität im Lebensmittelmarkt, denn der wird größtenteils von wenigen Big Playern dominiert.  
Doch hilft es nur wenig, diese Dominanz aufzubrechen, wenn letztendlich doch die großen Konzerne die kleinen schlucken. Ein verdienter Gewinn für die Gründer*innen, die ihr Herzblut in den Aufbau des Startups gesteckt haben, aber ein Verlust für den Markt.

Allein in den letzten zwei Jahren haben eine Vielzahl junger Food-Unternehmen verkauft. Unteranderem HafervollLittle LunchLizzaFlaschenpostBugfoundation… alle mit dem wohlverdienten Exit. 

Bringt uns die neue Startup-Generation also doch nichts?
Doch! Es ist wahnsinnig wichtig, dass es immer neue Mutige gibt, die die Großen herausfordern. Diese sind aufgrund unserer Wirtschaftslogik “to Big to Fail”. Ein Gleichgewicht kann hier nur noch erreicht werden, wenn mutige und kreative Köpfe ihnen die Marktanteile streitig machen. Erst in einer kleinen Nische, für die sich ein Konzern nicht interessiert und dann immer mehr, um den Konzern zu zwingen zu reagieren. Erst verschieben sich Umsätze, dann Unternehmensanteile.
Manchmal sind es auch mittelständige Unternehmen, die eine Chance sehen, Marktanteile aufzubauen, die sie von alleine niemals erreicht hätten und so ein Stück näher an die Großen heranzutreten.

Außerdem zeigen die Beispiele von Ankerkraut und insbesondere von mymuesli, dass es auch anders gehen kann.
Und auch die Gründer von Just Spices bleiben an Bord, wenn auch nur noch mit einer Minderheitsbeteiligung.
Social Media
Volvic mit #Pinkdrink im Best Practice Jahresrückblick von Tiktok
Jahresrückblicke liegen im Trend und bieten teils spannende Einblicke in Suchverhalten, Trends und Best Practices. So blickt Tiktok auf das Jahr 2021 zurück und feiert die Marken, die innerhalb des Netzwerks besonders erfolgreich waren. 
Dort als erste genannt: Volvic, die mit ihrer #pinkdrink Kampagne für ausverkaufte Regale gesorgt haben.
 
Crypto Meets Food
Rare Pizzas erinnert mit NFT Collection den ersten Kauf eines physischen Produktes mit Bitcoins
Welches physische Produkt wurde als erstes mit einer Kryptowährung bezahlt? Keine Ahnung?
Man könnte auch Fragen: Was würde ein hungriger Nerd nachts um halb 2 bestellen… Na klar: Eine Pizza. Und dieser Nerd bezahlte zum damaligen Zeitpunkt mit dieser neuen, unbekannten, spannenden Währung. Und er ließ sich diese Pizza 10.000 Bitcoins kosten, was heute 437 Mio. Euro entspricht.
Und dieses Ereignis feiert nun Rare Pizzas mit einer NFT Collection. Wer also noch Ethereum zu viel hat und schon immer mal ein einzigartiges Bild einer Pizza haben wollte: Ab zu Opensea.
Startup Corner
Das Getränke-Startup Polly positioniert sich als “erste Botanical Blend Deutschlands”
Was macht ein Food-Gründer, wenn er den Exit geschafft hat? Na klar: Erneut gründen. So hat sich  auch Philip Kahnis nach dem Exit von Hafervoll wieder mit zwei neuen Co-Gründern zusammengetan und die Marke Polly entworfen. Polly ist eine “Botanical Blend”, ähnlich eines Gins, aber mit weniger Alkohol und Kalorien.
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