#35 | Ethno-Lieferdienste

Moin Foodians,

über ein Jahr lang sammelte die App des kanadischen Konzerns Tim Hortons Standortdaten von Nutzern ohne deren Wissen. Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung erhalten die betroffenen Nutzer*innen nun voraussichtlich ein kostenloses Heißgetränk und ein Gebäckstück.

Gratis Kaffee und Donuts für das illegale sammeln von persönlicher Daten? Tja, die errechnete Entschädigung würde vermutlich unter dem Gegenwert dieses Gratis-Frühstücks liegen.

Also: Smartphone aus und guten Appetit.

Peace!

Philipp

 

Ethno-Lieferdienste - eFood goes Diversity

In den Vergangenen beiden Wochen haben wir euch an dieser Stelle mehrere Startups vorgestellt, die eine funktionierende Nische im umkämpften Liefermarkt gefunden haben. Die wohl "lauteste" Nische blieb bislang aber noch unerwähnt: Ethno-Food. Über das Konzept wurde bereits ausführlich von Medien wie Gründerszene und deutsche startups berichtet. Daher erhaltet ihr heute auch nur noch einen kleinen Überblick über die Player am Markt.

 

Den Anfang machen Asia-Lieferdienste, die erkannt haben, dass der Weg zum Asia-Fachgeschäft häufig zu lang und zu aufwändig ist.
So beispielsweise der 2015 gegründete Online-Lebensmittel-Lieferdienst Weee!, der sich auf schwer zu findende Lebensmittel aus der asiatischen, aber auch der hispanischen Küche spezialisiert hat. Weee! verkauft mehr als 10.000 Produkte, wie Kimchi und gefrorenen Krabbenklöße bis hin zu Grundnahrungsmitteln wie Milch, Obst und Fleisch.

Die größte Stärke des Unternehmens ist aber die App, die in verschiedenen Sprachen durchsucht werden kann, darunter Englisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Vietnamesisch, Koreanisch und Spanisch. Außerdem können über die App Gerichte zum Mitnehmen in mehr als 1.000 Restaurants bestellt werden.

Zudem ermutigt das Startup Kund*innen, ihre Bestellungen in sozialen Medien zu teilen oder Videos von Lieblingsspeisen über eine TikTok-ähnliche Funktion in der eigenen App zu posten.

Auch der US-Wettbewerber Umamicart fokussiert sich auf die Lieferung asiatischer Lebensmittel. Andrea Xu gründete das Startup 2020, weil sie ein einfaches und digitales Einkaufserlebnis für Menschen schaffen wollte, die sich asiatische Lebensmittel und frische Produkte von höchster Qualität wünschen.
Wer glaubt, ein solcher Lieferdienst würde sich in Deutschland nicht lohnen, sollte mal einen Blick auf GoTiger werfen. Obwohl das von ehemaligen Gorillas-Managern gegründete Startup erst seit kurzem existiert, übernahm es in dieser Zeit bereits den Wettbewerber "Bring". Im Juli startete der Ethno-Lieferdienst offiziell in Berlin, bekam davor aber bereits einiges an Aufmerksamkeit von Influencern und Medien.
Kommen wir zu einer ethnischen Gruppe, die hier in Deutschland deutlich stärker vertreten ist und aus eben diesem Grund auch viel mehr Gründer*innen auf den Plan gerufen hat: Der Türkischen und Arabischen Community.
Spätestens seit Rapper Eko Fresh die Gründung eines eigenes Lieferunternehmens mit dem Namen Liefertürke bekannt gab, erhalten Ethno-Lieferdienste hierzulande viel Aufmerksamkeit.
Dabei gab es zu diesem Zeitpunkt bereits einige Player am Markt, wie zum Beispiel Yababa. Das von Ralph Hage, Hadi Zaklouta, Javier Gimenez und Kamel Semakieh gegründet Unternehmen startete in Berlin und liefert türkische und arabische Lebensmittel am selben Tag. Damit setzt das Startup nicht nur auf die Ethno-Nische, sondern auch auf die Herausforderung der Same-Day-Delivery. Die Investoren konnte das aber anscheinend nicht abschrecken. Yababa sammelte bereits knapp 15 Millionen Euro an Fremdkapital ein.
Außerdem wäre da noch Babafresh. Das selbst ernannte „Lieferando für türkische Supermärkte“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, den türkischen Supermarkt zu digitalisieren. Bisher ist das Mülheimer Startup aber noch eher unbekannt, ähnlich wie der Berliner-Mitbewerber Yolla!, das Startup eines ehemaligen Foodora-Managers.
Noch nischiger wird es bei Gethalal. Wie der Namen bereits sagt, fokussiert sich das Berliner Startup auf Halal- und östliche Lebensmittel. Mitbegründer und Geschäftsführer Ali Mahmoud sieht in Halal eine der größten Lebensmittel-Kulturellen Wachstumschancen und konnte damit in einer Pre-Seed-Runde einige internationale Top-Investoren überzeugen, unter anderem Shio Capital, einer der ersten Gorillas-Investoren.

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