#26 | Foodverse Playbook • Out of the Box • eFood • Voila

Moin Foodians,

spätestens seit Marc Zuckerberg angekündigt hat, alles auf den Bau einer virtuellen Welt zu setzen und darauf hin sogar den Unternehmensnamen zu Meta ändern ließ, ist das Metaverse in aller Munde.
Die Grundidee dieser Parallelwelt im Cyberspace basiert auf dem Science-Fiction-Roman “Snowcrash“ aus dem Jahr 1992. Seit dem träumen diverse Persönlichkeiten – meist aus dem Silicon Valley – von der Realisierung dieser Idee. Die Entwicklung des Metaverse soll aber nicht unser Problem sein. Von Roblox, über The Sandbox, bis hin zum Decentraland arbeiten bereits einige Unternehmen an “The Next Big Thing”.
Was uns umtreibt ist die Frage, wie man Food mit dieser Welt in Einklang bringt. Wie wird aus einem Metaverse, ein Foodverse?Denn wer glaubt, dass Food nicht relevant für etwas wie eine digitale Welt ist, der war noch nie auf Instagram, Tiktok oder YouTube.

Peace!✌️Philipp
Vom Metaverse zum Foodverse – Wie bekommt man Food ins virtuelle Universum?

Was soll Food im Metaverse? Eine Frage, die an sich schon falsch ist. Genauso könnte man fragen, was Food in sozialen Medien verloren hat. Schließlich können wir weder Bilder, noch Videos essen.
Nach einem “Sinn” braucht man in der digitalen Welt längst nicht mehr zu suchen.
 
Die Frage ist also nicht Warum?, sondern Wie?
Werfen wir einen Blick auf diejenigen, die den ersten Schritt schon gewagt haben.
 
Kaufland: Richtig gelesen… der deutsche Lebensmitteleinzelhändler Kaufland beschäftigt sich bereits mit dem Metaverse. Allerdings wagt der Supermarkt bislang noch nicht den Schritt in das dezentralisierte Web3, sondern erstmal nur in Nintendos virtuelle Spielewelt “Animal Crossing: New Horizons”. Das Spiel, dass während der Corona-Lockdowns extrem gehypt wurde, dient Kaufland als Experimentier-Küche im Umgang mit der virtuellen Welt. Auf der Unternehmenseigenen Insel namens “Kauf Island” treffen Spieler*innen auf die Figur “Phil Leita” (besonders kreativ abgeleitet von “Filialleiter”), welche die Aufgabe hat, Nachhaltigkeit erlebbar zu machen. “Unsere Insel zeigt, wo die Lebensmittel herkommen und was beispielsweise mit den Pfandflaschen passiert, wenn sie in unseren Pfandautomaten landen”, heißt es in der Pressemitteilung von Kaufland.
 
Chipotle: Die mexikanische Restaurantkette hat vor kurzem eine neue Filiale eröffnet. Und zwar in der virtuellen Welt von Roblox. Da das Unternehmen nur schwer mit Burritos locken konnte, ging Chipotle einen anderen Weg, um User*innen in die Filiale zu bekommen. Zu Ehren des 21. jährlichen Boorito-Halloween-Events bekamen die ersten 30.000 Besucher der Spielfiliale einen Promo-Code auf einen Gratis-Burrito (natürlich für die echte Welt).
Den Code erhielten allerdings nur diejenigen, die sich vor dem Betreten der Filiale standesgemäß im Halloween-Style verkleideten. Nach dem Verlassen des Restaurants, begaben sich die Spieler*innen in ein Boorito-Labyrint, in welchem sie Zutaten sammeln konnten, die ihnen Kräfte für den Kampf gegen. die im Labyrinth verteilten, Monster verliehen.
 
FRoSTA: Die Marke für Clean-Label-Tiefkühlkost hat es tatsächlich geschafft, ihre Produkte in die digitale Welt zu migrieren. Und zwar in das Spiel GTA Online. Für 30 Tage konnten Spieler*innen FRoSTA Produkte in eigens dafür geschaffenen Geschäften kaufen und ihre Energie wieder aufladen. Ergänzt wurde die Aktion durch InGame-Plakate sowie diverse Kooperationen mit Twitch-Influencer*innen.
 
Wie man sieht, sind es noch nicht sehr viele Food-Brands, die den Schritt gewagt haben. Außerdem gibt es bislang nicht DAS eine Metaverse, sondern diverse Anwerter.
So manchem mag die Vorstellung noch schwer fallen, zukünftig mit digitalen Avataren zu interagieren, virtuell einzukaufen und Kontakte zu knüpfen. Aber machen wir das nicht bereits alles digital und dann auch noch in einer unwirklichen, zweidimensionalen Welt, was genau genommen noch viel kurioser ist?
Konzerne wie Walmart, McDonalds oder Starbucks scheinen sich jedenfalls sicher zu sein, dass das Metaverse zukünftig eine relevante Rolle spielen wird und sichern sich bereits einschlägige Rechte, Grundstücke und Patente.
 
HOW TO FOODVERSE
Die Foodtech Plattform “The Spoon” hat sich einmal Gedanken gemacht, wie sich das Metaverse auf Food auswirken kann und welche Implikationen sich für einschlägige Unternehmen ergeben könnten. Im folgenden ergänzt durch meine eigenen Gedanken.
 
Marketing: Hier liegt sicherlich der größte Hebel für Food Unternehmen und Marken, die damit beginnen werden, Lebensmittel in virtuelle Erlebnisse zu integrieren. Eigentlich ist es doch wider unserer Natur, sich von unpersönlichen Email-Marketing inspirieren, oder von animierten Bannern ködern zu lassen. Filialen und Restaurants lassen sich künftig von physischen Restriktionen lösen und im Metaverse nachbilden, oder gänzlich neu denken.
Starbucks kann im Metaverse vielleicht keinen Kaffee verkaufen. Aber das Unternehmen kann Orte kreieren, an denen man sich im virtuellen Raum trifft. Damit würde die Marke ihre Kernkompetenz aus der realen Welt, in die Virtuelle übersetzen, was sich mit Sicherheit auf den realen Umsatz auswirken kann.
Ebenso wenig Sinn ergibt ein Kaufland-Geschäft im Metaverse. Aber es ist denkbar, dass Lebensmittelhändler virtuelle Kochkurse anbieten. Natürlich mit den Eigenmarken des Unternehmens, die sich auch gleich nach Hause liefern lassen.
 
Marktplätze: Apps werden nicht mehr der primäre Bestellkanal sein, sondern das Metaverse. Unternehmen wie Doordash, Gorillas oder Lieferando werden sich gänzlich neu denken müssen. Weg von einer zweidimensionalen App, hin zu einem 3D-Food-Erlebnis. Vielleicht sind die Essenslieferdienste dieser Zeit nicht mehr nur Lieferant*innen, sondern ganze Knotenpunkte zwischen Essen, Restaurants und Menschen.

Reservierungen: die Oberfläche zur Tischreservierung wird sich komplett ändern. Die Gäste machen einen kurzen virtuellen Rundgang, bevor sie den gewünschten Tisch buchen. Ähnliches hat Google bereits für seinen Dienst Google Maps angekündigt.

Kundenbindung: Das Metaverse bietet dank NFT gänzlich neue Möglichkeiten, Kund*innen zu binden. Durch Smart Contracts könnten zukünftig Kund*innen zu Shareholdern und somit an Gewinnen beteiligt werden. Der Kauf von NFT öffnet Türen für exklusive Events oder dauerhafte Rabatte.
 
Wie wir sehen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Food ins Metaverse zu integrieren. Die Frage ist, ob man zusieht, wie alle anderen die digitale Welt erstürmen, oder ob man selber in der ersten Reihe stehen möchte.
OUT OF THE BOX
Metaverse Special – Die Foodplattform der Zukunft Machen wir mal ein kleines Gedankenexperiment….Wir schreiben das Jahr 2050. Gourmeet ist DIE Plattform fürs Essen und hat längst Lieferando, DoorDash und Co. von der Landkarte verschwinden lassen.Meine Freunde und ich haben uns zum Abendessen verabredet. Es soll ein gemütlicher, aber genussvoller Abend werden. Wir haben bei Gourmeet bestellt. 7 Gänge. Im Grunde erhält jeder dasselbe, aber je nach Gusto unterscheiden sich die Menüs. Wir treffen uns um 5 Uhr in unserem Lieblingsrestaurant. Genau genommen treffen wir uns in jedem unserer jeweiligen Lieblingsrestaurants. Es sieht für uns alle anders aus. Für mich ist es mein Lieblingsitaliener. Dafür, dass ich sein Interface nutze, erhält Emilio – der Besitzer – sogar eine Gebühr. Wie ich hörte, hat Michael sich das Interface seiner favorisierten Burger-Kette ausgesucht. Jeder wie er will.Wir “kochen” zusammen und erhitzen unser Essen. Ein virtueller Avatar leitet uns an und beantwortet unsere Fragen.Um 18 Uhr sitzen wir alle zusammen und essen. Parallel swipen wir durch die Getränkekarte, entscheiden uns für einen Cocktail, den wir auch gleich herunterladen und welcher promt von der Cana zubereitet wird. Es war ein toller Abend. Wir verlassen das Restaurant. Die Kosten wurden bereits von unserem Wallet abgebucht.Christina hat das Essen besonders gut gefallen. Morgen liefert ihr Gourmeet alle Zutaten nach Hause in den Kühlschrank, denn sie möchte es einmal komplett nachkochen – angeleitet von unserem virtuellen Gastgebers. 
NEWS BITES
#eFood
Hellofresh möchte Angebot auf “Brunch Boxen” ausweiten
Das Kochboxen-Startup Hellofresh füllt voraussichtlich bald eine Lücke im Sortiment auf. Und zwar die zwischen Frühstück und Mittagessen. Gründer Dominik Richter ließ im “Manager Magazin” durchblicken, dass es bald Brunch Boxen geben könnte.
 
#eFood
Instacard arbeitet weiter an Börsengang
Der Online-Lebensmittellieferdienst teilte mit, dass es die S-1-Erklärung bei der SEC eingereicht hat. Eine Voraussetzung, um die Wertpapiere des Unternehmens zu registrieren, bevor sie an einer öffentlichen Börse notiert werden können.
 
#eFood
Flink kauf französischen Mitbewerber Cajoo
Der Quick Commerce Anbieter Flink teilte mit, das Französische Lieferstartup Cajoo zu übernehmen. Gleichzeitig steigt auch Frankreichs Einzelhändler Carrefour bei Flink ein und wird exklusiver Handelspartner für das Land.
STARTUP CORNER
Voilà – Premium Menüs für Zuhause Das Food-Startup Voilà wurde in der Pandemie gegründet mit dem Ziel, Restaurants einen neuen Absatzkanal zu geben. Köch*innen können dort Gerichte oder ganze Menüs listen. Das Essen wird so weit wie möglich zubereitet und dann vom Onlineshop abgeholt und versandt. Kund*innen brauchen die Gerichte Zuhause nur noch geringfügig zubereiten und erwärmen. So erhält man Deutschlandweit hochwertige Menüs, teils in Michelin-Qualität.
Klingt lecker! Los…