#25 | Dezentrales Food • Katjes NFT • daily five • Knärzje im hr-Fernsehen

Moin Foodians,
wie in der letzten Ausgabe angekündigt, hat Katjes vergangenen Dienstag sein kleines NFT Projekt gestartet. Nach ein paar technischen Schwierigkeiten gingen letztendlich 777 Einhorn-NFTs an ihre neuen Besitzer. Mein persönlicher Teil des Experiments war leider weniger erfolgreich. Es reichte leider nur für 2 von insgesamt 700 “normalen” Einhörnern und damit für 20% Rabatt im Katjes-Onlineshop und dem Zugang zur exklusiven Katjes Community (was auch immer das heißt). Immerhin habe ich nun ein Vorkaufsrecht auf weitere Aktionen der Fruchtgummi-Marke. Ob ich dieses nutze, bleibt allerdings fraglich. 

Mein Fazit: Erstmal finde ich es mutig und gut, dass das Unternehmen ein solches Projekt wagt. Man kann die “Gehversuche” anderer Marken natürlich einfach beobachten, aber lernt sicherlich mehr, wenn man sich selber daran versucht. Letztendlich handelte es sich aber um eine Gewinnspiel, welches umständlich mit der Blockchain-Technologie verknüpft wurde. Es bleibt aber  abzuwarten, was aus der “Katjes Community” wird, von der das Unternehmen spricht. Außerdem bleiben einem noch die einzigartigen Illustrationen von Einhörnern, die theoretisch noch im Wert steigen könnten (vermutlich aber nicht).Mich würde jetzt noch Interessieren, wie Katjes sein NFT-Experiment bewertet.

Peace!
Philipp
DEEP DIVE
Food DAOs – Die Dezentralisierung des Essens
In der vergangenen Newsletter Ausgabe haben wir uns dem Thema “NFTs” gewidmet (hier zum Nachlesen).Heute werfen wir einen Blick darauf, wie Krypto im Food-Kontext einen Einfluss auf die gesamte Geschäftsorganisation haben kann.Wie bereits angedeutet, lassen sich auf der Blockchain Smart Contracts umsetzen. Im Prinzip also Verträge, die nicht zentral beglaubigt und verwaltet werden, sondern direkt in der Blockchain gespeichert und via Tokens gemanagt werden. So lassen sich ganze Unternehmen dezentral führen und es entstehen so genannte “DAO”. 

DAO = …bedeutet “Dezentrale Autonome Organisation”. Eine DAO ist quasi ein digitales Unternehmen, ohne zentrale Instanz. Die Geschäftsordnung ist direkt in dem Code festgehalten. Teilhaber der Organisation können entsprechend der Bedingungen Entscheidungen im Abstimmungsverfahren treffen und werden an den (monetären) Ergebnissen der DAO beteiligt.

Im Zusammenhang mit Food gibt es bislang unterschiedliche DAO-Use-Cases.
 
Club DAOs
Eine Möglichkeit, DAOs im Food-Kontext einzusetzen, sind die Gründung von DAO-Clubs. Dabei dient der Besitz eines Tokens quasi als Eintrittskarte bzw. Mitgliedsbeitrag für exklusiven Events. 
Eines der ersten und bekanntesten DAO-Projekte ist Dinner DAO. Mit dem Ziel, eine Gemeinschaft aufzubauen, nutzt Dinner DAO NFTs, um gemeinschaftlich geführte Clubs zu gründen. Bislang gibt es fünf Dinner DAOs in New York, Los Angeles und Portland. Der Beitritt kostet für eine Saison (auch “Iteration” genannt) 300 US-Dollar und wird in Ethereum (einer Kryptowährung) beglichen. Die Summe an dadurch generierten Token landet in einer Art virtuellen “Sparschwein”, in das alle gleichberechtigt einzahlen. Das dadurch gesammelte Geld finanziert wiederum drei Abendessen im Monat. Acht Mitglieder des DAOs entscheiden in einem Token-aktivierten Discord-Channel über die Wahl des Restaurants und des Menüs.
Deutlich teurer, aber auch exklusiver, ist die Mitgliedschaft im FlyFish Club. Die erste Iteration des Clubs kostete 2,5 Ethereum (damals ≈8.400 US-Dollar), mit der man sich Zugang zum Restaurant und der Cocktaillounge sicherte. Später waren es schon 4,25 Ethereum (damals ≈14.300 US-Dollar). Das Essen musste allerdings gesondert gezahlt werden.
 
Restaurant DAOs
Andere DAO-Gemeinschaften gehen da schon einen Schritt weiter und gründen gemeinsame Unternehmen. Der Verkauf der Token dient auch gleichzeitig der Finanzierung. Damit hat diese Art von DAO ein wenig gemeinsam mit einem so genannten SPAC Deal.  
Eine dieser Organisationen ist BurgerDAODie Community hat es sich zur Aufgabe gemacht, die erste dezentral organisierte Burgerkette aufzubauen. Mit dem eingesammelten Geld sollen Standorte finanziert und die anfänglichen Kosten gedeckt werden. Alle Mitglieder entscheiden gleichberechtigt über Dinge wie Restaurant-Namen, Menü, Rezepturen und Verpackung. Der Gewinn der Kette geht dann wiederum an die operativen Betreiber und eben an die DAO-Gemeinschaft.
Ähnlich, aber eben doch anders geht FriesDAO vor, deren Ziel es ist, bestehende Franchises zu kaufen.
 
Creator-DAOs
Während die erstgenannten DAOs mehr Mitgliedschaften und Shareholder-Sitze sind, versucht sich CPG DAO an einem gänzlich dezentral geführten Unternehmen. Vor kurzem stellte die Gemeinschaft ihr erstes Produkt vor – gm Cereal. Für die Entwicklung der Frühstücks-Cerealien wurde innerhalb der DAO-Gemeinschaft über Produkt, Design, Name und alles weitere abgestimmt, was es zu entscheiden gab. Quasi ein demokratisch geführtes Food-Startup. 
Das Ziel des DAOs ist es, kollektive Entscheidungsrechte zusammen mit Eigentumsvorteilen auf alle beteiligten Mitglieder zu verteilen.
So soll die FMCG-Branche revolutioniert und die nächste Generation beliebter Marken entstehen.
 
Purpose DAOs
Andere dezentral organisierte Gemeinschaften sind etwas weniger klar in der Zielsetzung, verfolgen dafür aber Ziele, die nicht immer monetärer Art sind. Cafeteria DAO ist eine kuratierte Community für Menschen, die sich für Essen begeistern und Lebensmittel wertschätzen, mit dem Ziel, eine nachhaltige globale Food-Gemeinschaft aufzubauen, die von ihren Mitgliedern finanziell unterstützt wird.
 
Fazit: Bislang fällt es schwer, einen wirklichen Mehrwert von DAOs anzuerkennen. Darüber hinaus, gibt es noch viele Probleme, die es zu lösen gilt
Viele DAO-Gründer und Organisatoren möchten aufzeigen, wie einfach es sein kann, ein gemeinschaftsorientiertes Web3-Projekt einzurichten. DAOs sind schließlich eine alternative Eigentumsstruktur für Restaurants oder Marken.
Somit haben DAOs große Ähnlichkeit mit Crowdfunding-Projekten, allerdings dezentral gesteuert und ohne Abhängigkeit von Plattformen wie Kickstarter. Darüber hinaus bleiben alle Mitglieder an Unternehmensentscheidungen und Gewinnen beteiligt.
Für die Zukunft schein die Dezentralisierung von Clubs, Restaurants und Unternehmen aber realistisch und vielleicht irgendwann auch sinnvoll.
EMPFEHLUNG
ARD Mediathek – Wie macht man Bier aus alten Brot?  Kürzlich war das hr-Fernsehen beim Startup Knärzje aus Frankfurt zu Gast. Das Unternehmen stellt Bier aus “geretteten Brot” her und wurde von dem Film-Team ein paar Tage begleitet.
Take a Look
STARTUP CORNER
daily five – instant Smoothies aus 100% Obst und Gemüse “Fünf mal am Tag”, so heißt es, soll man Obst und Gemüse essen. Daher offensichtlich der Name des Startups daily five, dessen instant Smoothies ein Problem lösen: die Haltbarkeit. Laut Angaben des Chemnitzer Unternehmens werden die Produkte direkt nach der Ernte verarbeitet und durch die schonende Trocknung bleiben Vitaminen und Nährstoffen weitestgehend erhalten.
Klingt smoooth…