#24 | Food im Metaverse • Fette EU • uptea

Moin ihr Einhörner,

Katjes bringt doch tatsächlich eine eigene NFT Collection heraus.Während die Internetgemeinde erstmal gespalten reagiert, freue ich mich in doppelter Hinsicht: Erstens wollte ich mich dem Thema “Food + Krypto” schon länger widmen und zweitens bewahrheitet sich bereits eine meiner Predictions.Wie sich Food und das Metaverse miteinander vertragen und ob sich das überhaupt noch lohnt, wo doch der Hype gerade abflacht, erfahrt ihr im Deep Dive. Wer übrigens Interesse an einem der 777 “Wunderland”-Einhörner hat: Bis zum 09.05. kann man sich noch für die Whitelist registrieren. Am 10.05. startet dann der Public Sale.

Peace!
Philipp
Deep Dive
Edible Crypto: Wie bringt man Food ins Metaverse?
What the F*ck is Metaverse?
What the F*ck are NFT?
Und was hat das mit Food zu tun? 

Okey, okey, eins nach dem anderen… Fangen wir erstmal mit den Basics.
Wer also einen Exkurs braucht finden folgend das wichtigste in Kürze:

Das Metaverse…
…ist noch am einfachsten erklärt: Es handelt sich dabei um eine digitale Welt, fast schon eine Parallelwelt wie im Film bzw. Buch “Ready Player One”. In der Vision der meisten Beteiligten ist dieses Metaverse dezentralisiert, also ohne übergeordnete Kontrollinstanz und findet somit im sogenannten Web3 statt. Hier kommen Kryptotechnologien wie NFTs ins Spiel.

NFTs…
…sind einzigartige, digitale und handelbare Güter. NFT steht für Non-fungible Token und sind nachweislich nicht austauschbar. Damit kann das Eigentum nahezu jeden digitalen Gutes wie Text-Dateien, Bilder, Videos etc. ohne zentrale Stelle geregelt und nachgewiesen werden. Das funktioniert dank der Blockchain.

Die Blockchain…
…ist die Technologie hinter Kyptowährungen und NFT. Sie sorgt dafür, dass digitale Besitztümer dezentral gespeichert und nachvollziebar gemacht werden können.

Und was hat Food mit der Sache zu tun?
Dem Web3 gehört die Zukunft. Wer das nicht glaubt, setzt seine Hoffnungen auch nicht ins Internet. FMCG-Unternehmen, Marken, sogar die Gastronomie müssen sich zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen. Und das heißt: Testen, lernen, testen, lernen…
Das Problem ist nur: Lebensmittel lassen sich nicht digitalisieren und NFT nun mal nicht essen.
Und dennoch können Food-Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren. In erster Linie im Marketing, aber vielleicht auch darüber hinaus.
Wie könnte also ein Playbook für Food aussehen? Starten wir mal mit dem Thema “NFT”.
Dort lassen sich vier Kategorien erkennen, die bereits in ersten Food-Cases zum Einsatz kamen.

EXCLUIVE-NFT
Solche NFTs zeichnen sich dadurch aus, dass Besitzer*innen Zugang zu besonderen Angeboten oder Events erhalten.

Katjes – 777 einzigartige EinhörnerKatjes geht mal wieder voran. Erst vegane Fruchtgummis, jetzt NFT. 777 einzigartigen Einhörner – davon 7 Besonders seltene – bestehen aus über 150 handgezeichneten Elementen und können für 20 MATIC+, also umgerechnet 30 € gekauft werden.

Dabei erfahren die Käufer*innen allerdings erst später, welches der seltenen Einhörner sie bekommen. Je nach “Klassifizierung” gibt es nämlich neben dem Bild, zusätzliche Benefits wie Rabatte, Teilnahmen an Veranstaltungen und sogar einen Jahresvorrat an Fruchtgummis.
Die Ankündigung auf Twitter lief allerdings nicht ideal. Der Account lag lange brach und viele gingen erst von einem Scherz oder sogar von einen Hack des Accounts aus. Als klar war, dass Katjes es ernst meint, gab es wiederum reichlich Gegenwind. Insbesondere die Nutzung einer alles andere als Nachhaltigen Technologie wie der Blockchain, wurde dem, sonst sehr auf das Thema Nachhaltigkeit achtenden Unternehmen vorgeworfen. 

Fountain – Ein Kühlschrank produziert NFT: Auch die Hard Seltzer Marke “Fountain” bot im Dezember letzten Jahres Benefits für den Kauf der eigenen NFTs. Der virtuelle NFT-Kühlschrank produziert täglich 1 $eltzer-Token. 12 Token können in ein 12er-Paket des Getränks eingelöst werden. Insgesamt produziert jeder “Fountain Fridge” während seiner Lebensdauer 365 $eltzer-Token.

Hennessy – ein NFT für über 200.000 US-Dollar: Besonders exklusiv wurde es im Januar bei der LVMH-Marke Hennessy. Dieser repräsentiert das physische und digitale Eigentum an der ersten und letzten Flasche einer limitierten Auflage des Cognacs und kostete 70,47 ETH (also knapp 200.000 US-Dollar).
Neben dem recht an der physischen Flasche und einer virtuellen Abbildung wird das Paket ergänzt durch weitere physischen Attribute wie einer hochwertigen Truhe, seltenen Verkostungsgläsern und weiteren. 
Ach ja, trinken kann man das gute Stück natürlich auch. 
NFT FOR PRODUCT
Weniger Exklusiv wird es bei dem “NFT for Product”-Prinzip. Hier erhalten Käufer*innen für den NFT im Gegenzug ein Produkt oder ein Rabatt.

BitcoinBars – tausche NFT gegen Schokoriegel: Das Prinzip der BitcoinBars hat etwas von den vielen Gewinnspielen, wie sie für die Lebensmittelindustrie typisch sind, nur halt als Web3-Variante. Man kauft einen NFT, der wiederum für einen Schokoriegel steht, den es in 3 Sorten gibt. Die Sorten werden zufällig zugewiesen. Schafft man es, alle drei Sorten zu ergattern, kann man diese gegen einen “Black Label Riegel” im Wert von 0,25 Bitcoin tauschen. Das entspricht etwa 10.000 US-Dollar.

CryptoGrapes – NFT auf der Flasche: Auch bei den CryptoGrapes erhält man ein Produkt für seinen NFT. Und zwar eine Flasche Wein, die von einem der kooperierenden Weingütern aus der ganzen Welt stammt. Der Clou: Der NFT, der aus illustrierten Trauben-Figuren besteht, wird außerdem auf die erworbene Flasche gedruckt.

House of Rare – NFT trifft Tequila: Wem Wein zu wenig Umdrehungen hat, der kann sich auch einfach am Tequila des “House of Rare” bedienen. Das Prinzip ist dasselbe. Man kaufe einen NFT und erhält dafür eine – mit dem NFT gelabelte – Flasche der Limitierten Auflage von 777 Flaschen aus Los Arenales, Jalisco.
CHARITY NFT
NFT werden aber auch bereits für wohltätige Zwecke eingesetzt.

Campbell Soup – Andy Warhol goes Crypto: Die ikonischen Suppen von Campbell wurden spätestens durch das Gemälde des Künstlers Andy Warhol berühmt. Das Redesign der Suppendose feierte das Unternehmen mit dem Drop von NFT-Kunstwerken und spendete den Erlös an Feeding America – einer gemeinnützigen Organisation die mittellose Menschen mit Essen versorgt.

Coca-Cola – Nostalgie zum Sammeln und Spenden: Auch die weltgrößte Getränkemarke wollte sich dem Thema nicht verschließen und entwickelte vier NFT, die aus nostalgischen Werbebilder bestanden. Der Erlös von über einer halben Millionen US-Dollar ging an den Marken-Partner Special Olympics International.

Love + Chew – ein NFT für den Weltfrauentag: Die Protein-Keks-Marke “Love + Chew” startete im März ein NFT-Projekt, um den Internationalen Frauentag zu feiern. Die Gelder aus dem Projekt gingen an “Oasis for Girls”, eine gemeinnützige Organisation, die Mädchen aus unterversorgten Gemeinden Ressourcen zur Verfügung stellt.
COLLECTIBLE NFT
Zu Schluss gibt es noch die bislang häufigste Form von NFTs. Die, zum Sammeln. Solche Anwendungsfälle finden sich natürlich auch im Food-Kontext.

McDonald’s – hipp, hipp, McRib: Der Burger-Konzern präsentierte im November eine limitierte Auflage an NFTs zu ehren des 40-jährigen McRib-Jubiläums. Die Grafik eines McRipbs im Stile einer Sammelkarte konnte man allerdings nicht kaufen, sondern gewinnen.

Rare Pizza – Hoch lebe Laszlo Hanyecz: Es gab auch schon einen NFT zu ehren des Bitcoin-Pizza-Days. Diese eher zufällige Verknüpfung von Food und Krypto ist dadurch entstanden, dass Laszlo Hanyecz im Sommer 2010 3,8 Milliarden Dollar für Pizzen bezahlt hat. Zumindest wenn man den gegenwärtigen Bitcoin-Preis hinzuzieht. Mit dieser Kryptowährung bezahlte Hanyecz nämlich die Pizzen.
Wer also auf der Suchen nach einem einzigartigen, digitalen Pizzakarton ist: hier geht´s lang.
Fazit: Es gibt aktuell noch kein allgemeingültiges NFT-Playbook für Food

Der Einsatz von NFTs ergibt nur dann wirklich Sinn, wenn man eine langfristige Community aufbauen möchte. 
Sammelbilder, Produktgeschenke oder einmalige Events… das alles kann man auch ohne Blockchain unter die Leute bringen.
 
Außerdem sollte man sich Bewusst sein, dass man mit dieser Technologie bislang nur eine kleine – meist junge und technik-affine – Zielgruppe erreicht. 
 
Und dennoch kann es Sinn ergeben, sich mit dem Thema näher zu befassen. Insbesondere, wenn man gewillt ist, Menschen langfristig zu binden oder sogar zu beteiligen. 
Denn, mit NFTs können so genannten Smart Contracts verknüpft werden. Das sind Verträge, die mithilfe einer Transaktion in der Blockchain gespeichert werden und in denen genau festgelegt ist, unter welchen Bedingungen sie in Kraft treten und welchen Effekt sie haben. Die Blockchain setzt die Vertragsbedingungen automatisch um.
 
An einem solchen Ansatz versucht sich gegenwärtig 4Bro. In Zusammenarbeit mit minth entwickelte das Eistee-Startup einen NFT namens Bubatz. Besitzer*innen dieses Tokens erhalten spezielle Give-Aways, Rabatte, aber auch Zugang zu exklusiven Events und… jetzt kommts: eine Beteiligung am Erfolg des “Bubatz Ice Teas” in Form von 4BRO-Points (das sind sowas wie die hauseigenen Payback-Punkte). Diese lassen sich wiederum in Produkte des Startups, aber auch in Amazon-Gutscheine und weitere Werte umtauschen (näher wird es in dieser Podcast-Folge erklärt).
 
Dieses Beteiligungsprinzip nennt sich DAO. Aber darum kümmern wir uns lieber das nächste Mal. Und dann kommen wir dem Metaverse schon ganz nah.
News Bites
#Health and Nutrition
Fettleibigkeitsbericht 2022 der WHO: Die EU ist zu dick  
Über die Hälfte (59%) aller in Europa lebenden Erwachsenen ist übergewichtig. Das gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Europäischen Fettleibigkeitsbericht 2022 bekannt. 

#Sustainability
Stranger Things Star macht Nutella Konkurrenz 
Noah Schnapp, bekannt aus der Netflix-Serie “Stranger Things” möchte sein Lieblingsprodukt aus der Kindheit “grüner” machen. In Kooperation mit dem Umana Venture Studio hat er nun eine nachhaltigeren Alternative zu Nutella auf dem Markt gebracht. Einen Haselnuss-Kakao-Aufstrich ohne Palmöl und mit weniger Zucker.
Startup Corner
uptea – Tee mit natürlichem Koffein 
Das Thema “NFT, Metaverse und Co.” hat dich müde gemacht? Dann versuch es doch mal mit Tee. Das Münchner Startup uptea positioniert sich als die bessere Alternative zum wach werden, gegenüber Kaffee und begründet das mit der Form des Koffeins. Kaffee-Koffein liegt nach eigenen Aussagen durch die Röstung in ungebundener Form vor und wird im Körper sehr schnell absorbiert. Das führt zu einem kurzfristigen Koffeinboost, teils mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen. Laut uptea ist das Koffein der Tees in natürlicher Weise im Teeblatt gebunden und wird deshalb langsamer aufgenommen und langsamer wieder abgebaut. 
BRING MICH DAHIN