#22 | Nestle+Ankerkraut • New Food News • Williams Cocktails • Food Summit

Moin Foodians,
vor einiger Zeit wies Ankerkraut-Gründer Stefan Lemcke im OMR Podcast darauf hin, wie wichtig der Purpose des Startups ist und wie wichtig dieser für die Zusammenarbeit mit den Influencern ist, die für den Erfolg der Gewürzmanufaktur so maßgeblich sind. Und dann kam der Exit an Nestlé. Ein Unternehmen, das trotz vieler Versprechen bislang nicht den Pivot zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell geschafft hat und dafür regelmäßig angeprangert wird. Kein Wunder also, dass sich eben diese Influencer gerade blitz schnell von dem Gewürz-Startup distanzierten und Ankerkraut einen Shitstorm vom feinsten erntet
Aber mal Butter bei die Fischgewürz:Ist der Shitstorm berechtigt? Es ist natürlich etwas unglücklich, dass das Ankerkraut vor kurzem noch postulierte, dass man nicht ins Portfolio großer Lebensmittelkonzerne passe. Dennoch gibt es einige gute Argumente, die für die getroffene Entscheidung sprechen – und über das rein Finanzielle hinausgehen. 

1) Das Gewürz-Monopol “Fuchs”
Da wäre an erster Stelle, die alles andere als vielfältige Unternehmensstruktur im Gewürzmarkt, bzw. die Anbieter-Vielfalt im Supermarkt. Denn, wer sich einmal umguckt wird feststellen, dass weitestgehend die Marke Fuchs, oder zum Fuchs-Konzern gehörende Marken in deren Regalen zu finden sind.Das Unternehmen aus dem Teutoburger Wald dürfte annähernd 80% des Gewürzmarktes in Deutschland innehaben. Daran hat auch der Erfolg von Ankerkraut und Just Spices bislang nichts geändert.Diese Marktmacht nutzt der Konzern u.a. dazu, sich die besten Plätze im Markt zu sichern und versucht mutmaßlich auch andere Anbieter aus den Regalen zu halten.Die Macht von Unternehmen wie Nestlé oder Kraft-Heinz (die kürzlich erst in Just Spices investierten) könnte da für mehr Vielfalt und langfristig für eine Auflösung des Quasi-Monopols sorgen. 

2) Vom Greenwashing zum Purpose
Als der schwedische Hafermilchhersteller Oatly vor zwei Jahren auf der Suche nach Kapital war, holte sich dieser ausgerechnet das Unternehmen Blackstone an Bord. Während “Nachhaltigkeit” DER Markenkern von Oatly ist, investiert ausgerechnet ein Unternehmen, dass mit massiven Investments in die Sojaindustrie, maßgeblich zur Abholzung des Regenwalds beiträgt.Doch was ist, wenn es Blackstone und Nestlé tatsächlich ernst meinen, mit ihren Investments? Also nicht nur ernst in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Hinblick auf einen Pivot vom Greenwashing zum ernstgemeinten Purpose. Wir müssen Konzernen auch die Möglichkeit bieten, sich zu verändern. Wir können nicht auf der einen Seite einfordern, dass sie sich ändern und gleichzeitig losbrüllen, wenn sie etwas tun.

 3) Gründer*innen verdienen sich die  Entscheidung
 Durch den Auftritt in der TV-Show “Die Höhle der Löwen” und dem Investment von Frank Thelen erhielt Ankerkraut einen ungeahnten Drive, der letztendlich zu einem Unternehmen mit Millionenumsatz führte. Dieser Erfolg ist letztendlich auf die gute und harte Arbeit des Gründerpaares zurückzuführen. Es ist das gute Recht von Anne und Stefan Lemcke, sich diesen Erfolg zu vergolden. 
Peace!✌️Philipp
News Bites
#NewFood
Europäische Kommission genehmigt Hauptzutat von JUST Egg 
Wer sich bislang gefragt hat, wieso sich das US-Unternehmen Eat Just bislang nicht im Europäischen Markt breit gemacht hat, sollte sich nochmal den Inhalten der Novel Food Verordnung widmen. Doch diese Barriere ist nun beseitigt. Die Europäische Kommission hat die Hauptzutat von JUST Egg – ein Mungbohnenprotein – kürzlich genehmigt und legt damit den Grundstein für die Einführung des veganen Flüssigei in ganz Europa. 

#NewFood
Speck aus Algen erhält in TV-Show „Shark Tank“ 1 Mio. US-Dollar 
Selten geht es in der TV-Show “Shark Tank” um solche Summen. Doch das Unternehmen Umaro Foods konnte Investor Mark Cuban überzeugen und sammelte 1 Million US-Dollar im Austausch für einen Anteil von 8 % am Unternehmen ein.Das Startup existiert erst seit 2019 und entwickelte ein nachhaltiges Protein aus Meeresalgen. Daraus wird u.a. Speck auf pflanzlicher Basis hergestellt. 

#NewFood
Regierungen fördern Cultivated Meat 
60 Millionen Euro – mit diesem Geld fördert die niederländische Regierung das heimische zellulare Landwirtschaftsökosystem. Das Geld soll auch sicherstellen, dass die Niederlande ihre Spitzenposition in der Biotechnologie und Landwirtschaft ausbauen.Ähnliches strebt auch Isreal an, dessen Regierung ein inländisches, aus 14 Unternehmen bestehenden Konsortium, nun mit 18 Millionen Dollar unterstützt
Startup Corner
Williams Cocktails – Ready to Drink in ungewohnter Verpackung So groß der Schock der Corona-Pandemie auch für die meisten Gastronomen war – einige findige Unternehmer*innen konnten in dieser Zeit mit ihrem ausgeprägten Erfindungsreichtum überzeugen. So auch die Eigentümer der niederländischen Bars Williams Canteen und Supermercado. Schon länger hatten sie die Idee im Hinterkopf, fertige Cocktails in eine Konservendose zu füllen. Die Pandemie sorgte letztendlich für die Notwendigkeit, die Idee auch umzusetzen. Und das äußerst Erfolgreich. Das Ergebnis ist ein absoluten Premium-Produkt, das optisch und inhaltlich einiges her macht. 
Yes you Canned