#2 | Gesund & Günstig • Brands • Food Meets Blockchain • Hamburger Ernährungswirtschaft

Moin,

vor kurzem bin ich auf diese schwer zu fassenden Zahl von einer Billion gestoßen.
☕1.000.000.000.000 Tassen Kaffee.🫖
Wer jetzt an die Kolleg*innen denkt, die man gefühlt immer an der Kaffeemaschine trifft: Nein, es handelt sich um die Anzahl an Tassen, die die gesamte Menschheit jedes Jahr trinkt

Fragt sich, ob das so bleibt. Barista entwickeln sich schließlich zum Türsteher der 20er.

Wat, du willst nen Espresso? Du weest schon, dat det verbrannter Kaffee is? 

Also, holt euch noch ne Tasse des göttlichen Tranks und los geht’s. 

Philipp 
Newsbites
🌿 Ist pflanzliche Ernährung günstiger als konventionelle Ernährung?
Vor kurzem forderten zwei Verbraucherverbände zusammen mit Greenpeace eine Steuersenkung für nachhaltige Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und pflanzliche Milchersatzprodukte. Dadurch soll sichergestellt werden, dass “eine gesunde, umwelt- und klimafreundliche Ernährung für alle Verbraucher*innen möglich und bezahlbar ist.”
Doch ist es wirklich so, dass eine solche Ernährung teurer ist, als der Konsum konventioneller Produkte wie Fleisch, Milch und Eiern?
Laut neuen Untersuchungen der Universität Oxford trifft das nicht zu. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass vegane und vegetarische Ernährung die Lebensmittelkosten um bis zu 1/3 senken kann. Selbst ein flexitarischer Ansatz kann Einsparungen um die 14% bewirken.
Das gilt allerdings nur für Länder mit hohem Einkommen. In Entwicklungs- und Schwellenländern würde eine solche Umstellung zu etwa einem Drittel höherer Kosten führen. Also ausgerechnet dort, wo der Konsum von Fleisch und tierischen Produkten durch den zunehmenden Wohlstand gerade erst ansteigt und auf dem Weg ist, westliche Verhältnisse zu erreichen.
📈 Hochs und Tiefs für Food-Brands 
Der Retro-Trend ist allgegenwärtig: T-Shirts mit den Looney Tunes, Die Rückkehr von Wetten, dass..? und TV Total und der Aufstieg von Ahoj Brause auf Tiktok. Richtig gehört. Die Retro-Brand wirbt seit einigen Monaten sehr erfolgreich mit Werbestar und Künstler Friedrich Lichtenstein (“supergeil”) auf Tiktok. Das Brachte Ahoj innerhalb von kurzer Zeit über 250.000 Follower.
Übrigens: Ebenfalls in den letzten Wochen sehr erfolgreich auf Tiktok unterwegs – Frittenwerk.

Noch mehr freuen dürfen sich Aldi Süd und die Drogerie dm. Beide gehören laut der Marktforschungsplattform YouGov auch dieses Jahr wieder zu den beliebtesten Marken Deutschlands. Dabei schafft es dm sogar auf Platz 1.

Wo es Gewinner gibt, gibt es üblicherweise auch Verlierer. Foodwatch hat nämlich ihre Nominierungen für den “Goldenen Windbeutel” bekannt gegeben. Mit dieser Auszeichnung kürt der Verbraucherverein jährlich die größten Werbelügen im Lebensmittelmarkt. 
🚲Wie nachhaltig sind eigentlich die 10-Minuten-Lieferdienste?
Kurze Lieferwege und Lieferung per Fahrradkurier. 10-Minuten-Lieferdienste um Gorillas, Flick und Co. haben teils das Image, besonders nachhaltig zu sein. Ob das stimmt, wollte das Tech-Magazin „Sifted“ einmal genauer wissen und hat mit der Expertin Eleonora Morganti, Wissenschaftlerin an der Universität Leeds, gesprochen.
Zu einer klaren Antwort kommt die Expertin dabei allerdings nicht. Die kurzen Lieferwege seien gut. Doch muss die Ware erst einmal zu den Dark Stores kommen. Gegenwärtig müssen also die LKWs deutlich mehr Standorte anfahren. 
Auch für die Lebensmittelverschwendung seien die kleineren Lager aufgrund des niedrigeren Warenumschlags eher nachteilig. Das versuchen manche allerdings durch Kooperationen auszugleichen – bspw. mit der App “Too Good To Go”.
Immerhin die Lieferung mit dem Fahrrad scheint dann doch mal zu einem grüneren Fußabdruck von Fast Delivery zu führen. Leider kann man das aber auch nicht mit 100% beantworten, da die Liefermengen geringer sind, als der übliche Wocheneinkauf und man hier für einen validen Vergleich erheben müsste, wie denn das übliche Transportmittel des klassischen Einkaufs aussieht. 
Kurzum: Die Fahrräder wirken erst einmal nachhaltiger. Ob das so ist, wissen wir (noch) nicht. 
🍔 McPlant als kleines Erfolgsergebnis für Beyond Meat
Die Aktie von Beyond Meat befindet sich bereits sein Monaten im freien Fall. Der Vorreiter für pflanzliche Fleischalternativen ist daher immer auf der Suche nach neuen Vertriebslösungen. Eine Erfolgsmeldung konnte das Unternehmen Anfang des Jahrs verkünden: Eine Kooperation mit McDonald’s. Und wie es aussieht, war diese Zusammenarbeit das Einzige, was im letzten Quartal einigermaßen gut lief. Der Burger-Gigant testete die pflanzlichen Patties im McPlant in Österreich, den Niederlanden, Großbritannien und Teilen der USA und kam dort wohl sehr positiv an. Nicht nur bei Vegetariern und Veganern. 
 
Out of the Box
🍽️Gemeinsames Abendessen mit NFT und DAO
Ok, wer noch nie von NFT und DAO gehört hat, müsste sich nun entweder einmal bei den Online Marketing Rockstars informieren oder mit der folgenden, kurzen Erklärung zufrieden geben. 
Beide Abkürzungen stehen im Zusammenhang mit Kryptowährungen und Blockchain. Das klingt erst einmal so, als hätte das absolut nichts mit dem Thema “Food” zu tun. Aber wo es einen Hype gibt, gibt es auch kreative Menschen. 

Kurz gesagt: NFT (“Non-fungible Token”) sind digitale Produkte, deren Einzigartigkeit durch die Blockchain-Technologie sichergestellt wird. Und DAO („Decentralized autonomous organisation“) nennen sich neuartige, firmenähnliche Organisationsstrukturen, die mittels eines Programmiercodes auf Basis der Blockchain-Technologie funktionieren.

Kommen wir wieder zu den kreativen Menschen. Einer davon ist Austin Robey. Der New Yorker hat das “Dinner DAO”-Konzept ins leben gerufen.
Dabei handelt es sich um einen Club, dessen Mitglieder NFT kaufen und so in einen gemeinsamen “Pott” einzahlen. Die Mitgliedschaft kann in Form einer Saisonkarte oder sogar einmaliger Dinner-Tickets erfolgen. Von den gesammelten Geld wird daraufhin ein gemeinsames Abendessen bezahlt – natürlich mit Kryptowährungen. 

Wer die Lust verspürt, das erste DAO-Dinner in Deutschland ins Leben zu rufen findet hier die Anleitung.
Startup Corner
🥣 BRüSLi: Müsli aus geretteten Brot
Lebensmittel zu retten ist nicht nur ein immer größerer Trend und eine gute Sache – es ist auch eine belibtes Geschäftsmodell für Startups. Eines davon ist BRüSLi. Die Wiener haben alleine im Jahr 2021 bereits über 100 Tonnen Brot gerettet und verarbeiten dies zu Müsli. 
Wer also Brot retten möchte und keine Lust mehr auf Haferflocken in jeglicher Form hat: Die österreicher liefern auch nach Deutschland.
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Empfehlung
🧀 Formo im Podcast “Marken nach Feierabend”
Dr. Britta Winterberg – Chief Scientific Officer bei LegenDairy Foods – erzählt im Podcast “Marken nach Feierabend” über die Marke Formo und wie das Foodtech-Unternehmen sehr erfolgreich Käse im Labor herstellt.
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Und sonst so?
Hamburg entwickelt sich zur Food-City Nr. 1
SPD und Grüne möchten die Ernährungswirtschaft der Stadt besser vernetzen. Von dem so genannten Food-Cluster sollen kleine und große Unternehmen gleichermaßen profitieren und so gemeinsam den laufenden Wandel der Lebensmittelindustrie meistern. 

Einen Beitrag dazu liefert seit einiger Zeit bereits das Foodlab Hamburg. Der Startup Hub aus der Hafencity “bietet einen Coworking Space für Food Startups, Küchenplätze zum Testen, Kreieren und Produzieren von Food Innovationen, ein Mediastudio für Shootings und Events und eine Popup Fläche, auf der alle vier Wochen ein neues Restaurantkonzept Platz findet”.
Neuerdings kann man aber auch im kleinen Maß an den Mehrwerten des Netzwerks partizipieren und so beispielsweise an Events teilnehmen.