#18 | Ein Netflix für Getränke • Cultivated Meat • Kiukiu • THC bei OMR

Moin Foodians,

nicht nur das Foodverse berichtet regenmäßig über Food. Auch im TV sind Lebensmittel ein gängiges Thema, wenn auch häufig unter kritischer Betrachtung. “Über die Branche wird mit großer Skepsis berichtet“, so Christian Wolfram, Leiter der Food Unit bei Engel & Zimmermann, der Kommunikationsberatung, die 800 TV-Beiträge in Hinblick auf die Berichterstattung in der Lebensmittelbranche ausgewertet hat.Am häufigsten wird dabei über Obst & Gemüse berichtet, gefolgt von der Getränke- und Fleischbranche. Neu unter den Top Themen sind Ersatzprodukte.

Das Thema Nachhaltigkeit steht dabei zunehmend im Fokus der Berichte. An erster Stelle stehen aber weiterhin die beliebten “Qualitäts- & Geschmacksvergleiche”. Es liegt also noch viel Arbeit vor uns, Food ins richtige Licht zu rücken. Peace!✌️Philipp Newsletter verpasst?Alle Beiträge gibt es auch zum Nachlesen auf foodverse.de.

Future Zone

Wird Cana das Netflix für Getränke?

Wer schon einmal Douglas Adams´ “Per Anhalter durch die Galaxis” gelesen hat, wird sich vielleicht an den Nutri-Matic-Getränke-Synthesizer erinnern.Diese Wunderwerk der Technik bietet das “breitestmögliche Getränkeangebot […] individuell abgestimmt auf den Geschmack und den Stoffwechsel jedes x-beliebigen Benutzers”.Bis dahin wird es wohl noch eine Weile dauern, aber was das amerikanische Unternehmen Cana angekündigt hat, ist dennoch nicht weniger eindrucksvoll.Der unternehmenseigene “molekulare Getränkedrucker” soll mit einer einzigen Aroma-Kartusche tausende von verschiedenen Getränken herstellen können.Vom Softdrink, über Eiskaffee, bis hin zum Cocktail oder Wein.Die Anteile von Alkohol-, Koffein- und/oder Zucker können nach Belieben frei gewählt werden. Drei Jahre lang untersuchte ein Team von Wissenschaftler*innen diverse Getränke auf molekularer Ebene und sequenzierte die einzelnen Aromen, die daraufhin in einer einzigen Aroma-Kartusche landeten. “We know we can print an infinite number of beverages from a few core flavor compounds. We know we can do this across many existing beverage categories — juice, soda, hard seltzer, cocktails, wine, tea, coffee, and beer. Consumer taste testing panels score our printed beverages at the same or better taste levels as commercially available alternatives. Our hardware designs will print beverages quickly and accurately. Our pricing and the footprint of our hardware can yield significant savings and advantages for most households..” (Dave Friedberg, Mitgründer). Die meisten Getränke bestehen eh zum Großteil aus Wasser. Der Rest ist eine Kombination von Aromdn, Zucker und manchmal Alkohol oder Koffein.Mit Cana spart man sich zukünftig also nicht nur das Schleppen von Kisten, sondern auch fast jede Art von Müll und ohne auf sein Lieblingsgetränk verzichten zu müssen.

Diese Revolution ließ sich Friedbergs Production Board, eine Beteiligungsgesellschaft für Agrar- und Foodtech-Unternehmen, bereits 30 Millionen US-Dollar kosten. Apropos Geld: Interessant ist auch das Pricing. 799 Dollar soll die erste Version “Cana One” kosten. Aber damit ist nicht Schluss. Während die Aroma-Kartuschen gratis nachgeliefert werden, zahlen Kund*innen pro Drink. Ein Getränk kostet dann je nach Zusammensetzung 0,29 bis 2,99 US-Dollar. Spannend sind auch die Marketing-Potenziale, die ein wenig an das Konzept von Vorwerks Thermomix erinnern. Influencer und Firmen könnten eigene Drinks entwerfen, die sich dann direkt im Display des Geräts auswählen lassen. Vielleicht bringen auch Bars ihre besten Drinks direkt zu den Kund*innen nach Hause in die Küche – alles auf Knopfdruck. Klingt erstmal alles zu schön, um wahr zu sein. Erste Test kamen immerhin schon ganz okey an, wenn die Drinks wohl noch nicht 100% überzeugten.Laut Cana können die ersten Geräte voraussichtlich Anfang 2023 ausgeliefert werden.Ob damit dann die Disruption der Getränkeindustrie einhergeht bleibt abzuwarten.

News Bites

#Cultivated Meat Niederländische Regierung ebnet Weg für kultiviertes Fleisch

Das niederländische Unternehmen Mosa Meat setzte in Europa den Grundstein für zellkultiviertes Fleisch. Und die Niederlande schaffen nun ebenso die Basis für die Kommerzialisierung dieser Innovation. Das niederländische Repräsentantenhaus hat kürzlich einen entsprechenden Antrag verabschiedet, der die Entnahme von Proben von zellkultiviertem Fleisch legalisieren soll.

#eFood Neuer Lieferdienst setzt auf Bio-Lebensmittel

Trotz Prognostizierter, zeitnaher Konsolidierung des Marktes, starten bislang mehr Lieferdienste, als sich verabschieden. Eines davon ist Biorena. Das Startup setzt voll auf Bio und versorgt München zukünftig mit über 2.000 Bio-Lebensmitteln aus 100 Höfen. Natürlich regional, Plastikfrei und mit dem E-Mobil ausgeliefert.

Startup Corner

Kiukiu – das alkoholfreie “Latin Cocktail Element” aus der Kakaofrucht

Das Startup KiuKiu – mitgegründet vom ehemaligen Katjes CMO Volker Weinlein – vermarktet das gleichnamige Getränk, das auf der Kakaofrucht basiert. Mit den Aromen von Apfel, Melone, Mango, Lychee, Traube und Honig, ergänzt durch Acerola Beeren und brasilianischen rosa Pfefferbeeren entsteht ein “Latin Cocktail Element”, also eine exotische, alkoholfreie Zutat für Cocktails, die das brasilianische Lebensgefühl vermitteln sollen.

Category