#16 | Sustainable Food Stories • Knärzje • Sprouts Farmers • NYT

Hello Foodians,

die Sterne des Guide Michelin sind trotz der Konkurrenz (z.B. Gault-Millau und The World’s 50 Best) immer noch die weltweit wertvollste Auszeichnung für Restaurants.Damit war die Aufmerksamkeit in dieser Woche natürlich groß, als die diesjährigen Michelin-Sterne in Deutschland vergeben wurden.
Insgesamt 327 deutsche Lokale sind vom Reifenhersteller mit den begehrten Sternen ausgezeichnet worden. Nun gibt es im Lande 272 1-Sterne, 46 2-Sterne und weiterhin 9 3-Sterne Restaurants – wobei es “an der Spitze” einen Wechsel gab.

Thomas Schanz vom gleichnamigen Restaurant in Piesport an der Mosel ist in die höchste Kategorie aufgewertet worden, während das „Vendôme“ aus Bergisch-Gladbach einen Stern verliert.
Mal läufts, mal eben nicht. 

Apropos Guide Michelin: Um seinem Reifenhersteller-verpesten-die-Umwelt-Image entgegenzuwirken entwickelte Michelin den Grünen Stern als Auszeichnung für besonders nachhaltiges Wirtschaften, der bislang allerdings nur wenig Begeisterung entfacht.
Wie es besser geht, zeigen wir im heutigen Newsletter. 

Peace!
Philipp 

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Sustainable Food Stories
Vivani zeigt seit gut 20 Jahren wie ökologisches Wirtschaften funktioniert
Im brand eins Magazin erklärt Andreas Meyer, der Gründer der Schokoladenmarke Vivani, wie sie durch nachhaltigen Anbau und ihr Direct-Trade-Projekt vieles besser machen, welchen Einfluss diese Nachhaltigkeit auf die Marge hat und warum auch das alles noch längst nicht genug ist. 

Mit Bürgeraktien nachhaltige Landwirtschaft unterstützen
Was kann ich tun, damit unser Essen wieder nachhaltig wird? Diese Frage stellen sich sicherlich einige, die täglich mit einschlägigen Siegeln und Werbeversprechen überfordert sind. Vielleicht sind Bürgeraktien ja ein geeigneter Weg, sich einzubringen.Zum Beispiel mittels Aktien der Regionalwert AG Hamburg. Das daraus eingenommene Geld investiert die Vereinigung in kleine Bauernhöfe, Lebensmittelverarbeiter, Händler oder Gastronomen die sich verpflichten, sozial und ökologisch zu wirtschaften und sich untereinander möglichst viele Produkte abzunehmen, um sich so gegenseitig zu unterstützen. 

Wie die „foodies mit Haltung“ ein Silicon Valley für nachhaltiges Essen erschaffen wollen
Bei den „foodies mit Haltung“ handelt es sich um vier Unternehmer*Innen aus Hessen, die gemeinsam einen möglichst großen positiven Einfluss auf das Klima ausüben wollen. Ihr Ziel: aus der Region Fulda eine Art „Silicon Valley“ für greenfood zu errichten. 

Der Erfolg von Penny´s “Bio-Helden” und der neue Ansatz von Lidl
Der Handel steht bereits länger in der Kritik, nur Obst und Gemüse abzunehmen, dass festgelegten Normen in Optik, Größe und Form entspricht. Doch die Kritik blieb nicht ungehört.Als erster Händler führte die REWE Group unter PENNY die Naturgut Bio-Helden ein und setzte damit ein deutliches Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Und das sehr erfolgreich. Die verkauften Mengen steigen Jahr für Jahr.Einen schritt weitere möchte nun Lidl gehen: mit der Einführung der Rettertüte. Wie die Eat-the-Invaders-Bewegung eine nachhaltige omnivore Ernährung ermöglichtWas haben Louisiana-Langusten, Chinesische Wollhandkrabbe, Nutrias und die Nilgans gemeinsam? Es sind invasive Arten. Also Tiere, die nicht heimisch sind und daher vor Ort keine natürlichen Feinde haben. Aus diesem Grund verbreiten sie sich ungestört und werden zu einem ernstzunehmenden Problem für unser Ökosystem.
Doch ein Berliner Food Truck macht aus dem Problem nun eine Lösung. Unter dem Markennamen Holycrab! entwickelte Gründer Lukas Bosch zusammen mit seiner Frau und in Zusammenarbeit mit Berliner Köchen Rezepte, die eben diese “Aliens” in den Fokus setzen. “Invasive Arten sind das einzige Fleisch, das Sie ethisch essen können. Schließlich leben die Tiere in freier Wildbahn, ohne die Brutalität der Massentierhaltung, und sie würden sowieso getötet.” 

Dieser „CO2-negative“ Burger ist aus Fleisch und bekämpft dennoch den Klimawandel
Die 60 Jahre alte Fast-Food-Kette Burgerville brachte 2019 den “Burger Nr. 6” heraus, benannt nach dem sechsten Element im Periodensystem, Kohlenstoff. Und dieser ist eine Lektion in regenerativer Landwirtschaft, die auf einem ganzheitlichen Landbewirtschaftungskonzept beruht, das den Klimawandel umkehren soll, indem die organischen Substanzen des Bodens und seine Biodiversität wiederherstellt werden sollen. 
Börse
Sprouts Farmers Market als Spiegelbild der Bio-BewegungDas Bio ist ein Megatrend ist, ist hinreichend bekannt. Doch zeigt sich diese Entwicklung nicht in jedem Geschäftsmodell. So verlieren Bio-Märkte hierzulande stetig an Relevanz. Gewinner sind vor allem die Discounter. Umso erfreulicher ist da die positive Entwicklung der Bio-Supermarktkette Sprouts Farmers Market aus den USA, die vergangene Woche Quartals-Zahlen vorlegte, die jede Erwartungen übertrafen – mit gleichfalls positiven Auswirkungen auf den Aktienkurs
Startup Corner
Knärzje – das Bier aus Brot(resten)Das Endstück eines Brotlaibs hat in jeder Region Deutschlands unterschiedliche Namen. Im Hessischen heißt es „Knärzje“ und ist gleichzeitig Namensgeber des ersten ökologisch zertifizierten Zero-Waste-Biers Deutschlands, gebraut aus aussortiertem Brot. Für diese Idee wurden die beiden Gründer bereits mit zwei Bundespreisen ausgezeichnet. Ach ja… und schmecken tut´s auch!
Gib mir mal nen Schluck
Empfehlung
Mit dieser Video-Doku-Reihe macht die New York Times auf unser kaputtes Ernährungssystem aufmerksam„We’re Cooked“ ist eine Meinungsvideoserie über die größten Probleme unseres Ernährungssystems, die uns darüber hinaus die drei Chancen aufzeigt, die wir jeden Tag bekommen, um es besser zu machen. 
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