#15 | Food+Robotik (Teil 2) • eFood-News • eatPLANTS • Podcasts

Moin,
es fühlt sich gegenwärtig ziemlich abstrakt an, sich seinem Alltag zu widmen, während “um die Ecke” Krieg herrscht.
Doch immerhin: Millionen Menschen, Unternehmen bzw. Marken teilen ihre Solidarität mit der Ukraine – mal mehr, mal weniger treffend. Zu den weniger erfolgreicheren Äußerungen gehört die von Edeka, deren Versuch, ihre Solidarität mit dem Markenclaim “Wir lieben Lebensmittel” zu verbinden, gerade recht heftig zurück prallt. Da ist es von Vorteil, wenn politische Statements schon lange zum Markenkern gehören. So wie beim Hamburger Unternehmen Fritz, die bereits 2017 ein Zeichen gegen die fragwürdigen Machthaber unserer Zeit setzten. Meine persönliche Meinung zu den Diskussionen: Kompletter Nonsens! Jede Unterstützung hilft! Jeder Beistand, jede Position gegen diesen Wahnsinn ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Fassen wir uns lieber erstmal alle an an die eigene Nase, bevor wir andere kritisieren.

Peace!
Philipp

PS: Ach ja… den zweiten Teil des Robotik-Deep-Dives gibt´s natürlich trotzdem. 

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Deep Dive (Teil 2)
Food-Roboter – Teil 2: Entertainment oder ernstzunehmende Zukunft? 
Letzte Woche haben wir uns bereits damit beschäftigt, wie spezialisierte Roboter Essen auf Knopfdruck servieren oder ganze Rezepte nachkochen.

Heute geht´s weiter mit den Kellnern der Zukunft und der automatisierten “letzten Meile”. Vorher aber noch eine kleine Ergänzung zum ersten Teil… 

Das vollautomatisierte Pizzarestaurant von Hyper-Robotics

Während die Roboter der vergangenen Ausgabe eher bessere Automaten waren, hat so manches andere Unternehmen bereits deutlich größer gedacht. Beispielsweise Hyper-Robotics, deren Pizza-Restaurant frische Pizza in “italienischer Qualität” anbietet. 
Props gehen hier definitiv an die Macher des Image-Videos, das mit einer gelungenen Anspielung auf die Netflix-Erfolgsserie “Chef´s Table” wirklich Lust auf Pizza macht.
Und wenn Amerikaner an Pizza denken, dann natürlich an Pizza Hut. Die US-Marke hat sich auch gleich einen Hyper-Bot gesichert und nutzt diesen erfolgreich für PR. Na hoffentlich schmeckt die Pizza aus der Robo-Box dann auch besser als das Original. 

Wie geht es weiter mit den Robo-Restaurants?
Vorerst wird es bei einigen PR-Stunts bleiben, denn bislang ist es noch nicht abzusehen, dass wir in naher Zukunft in vollautomatisierten Restaurants dinieren. Maximal in der Großversorgung ist es vorstellbar, dass “Roboter” ergänzend zum bestehenden Angebot, spezielle Gerichte in Kantinen oder Ähnlichen Locations zubereiten. Aber… zwei Trends könnten zukünftig miteinander verschmelzen und hier sehen bereits erste Anbieter eine Win-Win-Situation. Ghost Kitchens – über die es ebenfalls in absehbarer Zeit einen Deep Dive geben wird – sind bereits darauf ausgelegt, sehr effizient und mit möglichst wenig Platz und Personal zu arbeiten.
Es würde mich daher nicht wundern, wenn der Lieferando-Kurier die Pizza schon bald auf Knopfdruck aus einer Ausgabeklappe holt. Frisch zubereitet durch einen Roboter. 

Braucht es zukünftig noch Kellner*innen?

Denkt man an Roboter, kommen einem wohl nicht zu groß geratene Pizza-Automaten in den Sinn, sondern eher menschenähnliche Figuren wie R2D2 oder C3PO.
Soooo weit sind wir von dieser Zukunft gar nicht entfernt. Na gut, mit Intelligenz haben diese Roboter-Kellner noch nichts am Hut, aber Essen und Getränk von A nach B zu bringen klappt schon mal ganz gut. Und dafür braucht man nicht nach China oder Japan reisen. Manchmal tut´s da schon eine Fahrt zum China-Restaurant nach Moers oder Köln. Führend auf dem Gebiet der Robo-Waiter ist Pudu Robotics. Die PuduBots des Chinesischen Unternehmens sind im Wesentlichen rollende und (naja…) “intelligente” Träger von Essenstabletts, die dazu in der Lage sind, Gäste zu begrüßen und “Happy Birthday” zu singen

Roboter als die Lösung für die letzte Meile?

Während automatisierte Tablettträger bislang eher als PR-Gag durchgehen, wird der Faktor “Automatisierung” an anderer Stelle schon ernster und wichtiger. Denn der zunehmende E-Commerce-Boom – auch im Lebensmittelhandel – führt zu einer enormen Nachfrage an Fachkräften, die auf wenig Angebot stößt. Kommen wir zu einer möglichen Lösung durch Roboter. So beispielsweise in der kalifornischen Bay Area. Der dort ansässige Flagship-Store von Lucky California liefert dort online bestellte Ware mit autonomen Fahrzeugen der Firma Starship aus. Wie das aussieht zeigt dieses kurze PR-Video. Aber den Ausflug in die USA kann man sich sparen, denn Startship abreitet bereits in Hamburg mit dem größten Pizza-Lieferservice Domino´s zusammen. Seit dem 10. Mai letzten Jahres rollt das Pilotprojekt durch die Straßen der Hansestadt. Dank modernsten On-Board-Sensoren und Kameras schlängelt sich der kleine Lieferbot geschickt durch den Verkehr, weicht Hindernissen aus und das bei Wind und Wetter. Weitere vergleichbare Anbieter sind Kiwibot und Serve Robotics. Im wahrsten Sinne des Wortes “größer”, denkt das kalifornische Unternehmen Nuro. Der hauseigene Roboter ist mehr ein autonomes Lieferauto, dass deutlich mehr Volumen ausliefern kann. Das im Sillicon Valley ansässige Unternehmen arbeitet bereits mit 7-Eleven und Domino´s zusammen und plant nach der neusten Finanzierungsrunde weitere Projekte mit Kroger und Google.  Bringen uns in naher Zukunft also Roboter unser Essen? Ich denke ja, denn anders ist die steigende Nachfrage an Lieferbestellungen gar nicht zu händeln. Vermutlich wird es aber so schnell keine Robo-Lieferung vom Lieblingsitaliener geben. Es werden eher die großen Fast Food-, System Gastro-, Handels- und Ghost Kitchen-Unternehmen sein, die jeweils Flotten kleiner Lieferbots einsetzen werden. 

Und was gibt´s noch spannendes zum Thema “Robotik”?

Wie wäre es mit einem autonomen Kiosk? Das „Snack Mobil“, das in Zusammenarbeit von REWE digital und Vodafone entstanden ist, fährt gerade regelmäßig durch das Carlswerk-Gelände in Köln-Mülheim.Befindet sich das Mobil in der nähe (lässt sich über eine eigene App prüfen) reicht ein winken und es bleibt vor einem stehen. Schnell noch per Smartphone bezahlt und schon kann man sich das Getränk oder den Snack sein Wahl entnehmen. Noch immer nicht genug von dem Thema? Dann bietet “The Spoon” hier noch ein paar Einblicke in weitere Unternehmen und Technologien.
eFood News
Arbeitsbedingungen für “Rider” – Wie schneidet Food-Delivery ab?Das Forschungsprojekt Fairwork hat zum zweiten Mal die Arbeitsbedingungen der Lieferbranche unter die Lupe genommen. Spoiler: Gorillas bestätigt leider ihr Image. Lebensmittel-Lieferdienste wollen an die BörseDer Hype um Quick Commerce nimmt langsam ab und die Luft wird dünner. Um sich weiterhin zu behaupten und seine Position im Liefergeschäft auszubauen plant das Startup Gorillas eine Funding Runde von 700 Millionen US-Dollar.Laut deutsche Startups denken die Berliner aber auch über einen schnellen SPAC-Börsengang nach. Einen Blick auf die Börse wirft auch die indische Lebensmittellieferplattform Swiggy, die gegenwärtig einen Börsengang für Anfang 2023 vorbereitetJust Eat Takeaway – besser bekannt unter der Marke “Lieferando” – versiebenfacht den Verlust auf gut eine Milliarde Euro. Jitse Groen, Chef und Gründer des niederländischen Lieferkonzerns versucht aber zu beschwichtigen und erklärt die Verluste mit dem starken Kampf um den Liefermarkt. Dem Aktienkurs half das nur wenig, der nach Bekanntmachung der Zahlen absackte.  Uber eats plant noch in diesem Jahr in über 50 deutsche Städte zu expandieren. Damit plant der US-Konzern, der jetzt schon bereits in 14 deutschen Städten aktiv ist, in jeder Woche in einer neuen Stadt zu starten. 
Startup Corner
eatPLANTS – Kraftbrühen und Bratensaucen aus pflanzlichen ZutatenWer glaubt, für manche Gerichte komme man nicht an Fleisch vorbei, hat die Rechnung ohne eatPLANTS gemacht. Das Startup aus Berlin stellt Fonds und Saucen her, die normalerweise tierischer Natur sind und deren “Körper”, also der tiefgehende Geschmack, nur schwer zu ersetzen ist. Ich finde: Definitiv eine gute Alternative, für diejenigen, die unbedingt auf tierische Zutaten verzichten möchten.
Whaaat?…muss
Empfehlung
Food-Podcasts – Essen für alle SinneKochsendungen im TV gibt´s ja wie Fett bei McDonalds. Aber wer nach guten Food-Podcasts sucht, muss sich schon in die Untiefen seines Streaming Anbieters begeben. Gut, dass es da das Foodverse gibt. Hier bekommt ihr nämlich eine Datenbank mit den spannendsten und vielfältigsten Podcasts, die sich mit den Themen Ernährung, Gastro und Lebensmitteln beschäftigen. Und die wird stetig aktualisiert.
Lecker, will ich hören!