#14 | Food+Robotik (Teil 1) • Beetgold • News • Gastrotrends

Gu-ten Mor-gen,
es ist nun 18 Jahre her, dass der Film “I, Robot” mit Will Smith in die Kinos kam. Ein Film, in dem Roboter zum Alltag der Menschen dazugehören, wie Unterwäsche, Smartphones und Verschwörungstheoretiker. Dieser Utopie (oder auch Dystopie?) kommen wir immer näher. In so mancher Bubble erhält man den Eindruck, dass Essen nur noch von Roboterarmen hergerichtet wird, die Pizza aus einem Automaten und die Lieferung per Drohne kommt. Im heutigen 1. Teil des “Robotik”-Deep Dives werfen wir einen Blick in die Zukunft, die an so manchem – meist fernöstlichen – Ort bereits Realität ist.✌️Peace🇺🇦Philipp 

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Deep Dive (Teil 1)
Food-Roboter – Teil 1: Entertainment oder ernstzunehmende Zukunft? Sehen wir Food-Roboter schon bald im Alltag?Roboter sind in Lebensmittelindustrie und -Handel keinesfalls etwas neues. Fabriken sind teil-, so manches Fulfillment Center vollautomatisiert.Doch hier in Europa ist die Technikbegeisterung noch nicht so groß, wie im asiatischen Raum und als Endkund*in gehört die Food-Automatisierung noch nicht zum Alltag. So war es spannend zu beobachten, wie der Rest der Welt bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen mit Chinas Hightech-Kantine zurecht kam.Darum werfen wir mal einen Blick darauf, was uns in den nächsten Jahren erwarten könnte. Denn Digitalisierung, technischer Fortschritt und Fachkräftemangel werden dafür sorgen, dass Roboter schon bald in unseren Food-Alltag gehören, wie Rezept-Websites und die Lebensmittelbestellung per App.  

Individueller Geschmack auf Knopfdruck
Fangen wir mit Robotern an, die hoch spezialisiert sind und demnach nicht viel, das aber richtig gut können. Einer dieser Roboter ist der Cookie-Robot aus Huntsville, Alabama. Kund*innen können aus insgesamt 160 Varianten wählen. Nach der Bestellung legt ein Roboterarm einen bereits vorgebackenen Keks in den Ofen, der bei 350°C erhitzt wird. Nach 2 Minuten holt der Arm den Cookie aus dem Ofen, legt die Wunschtoppings auf den Keks und platziert diesen in einem kleinen Fach, wo der Bestellende sich das Produkt herausnehmen kann.  Herzhafter geht es da bei Savor Eat zugange. Der 3D-Druck-Roboter des Unternehmens verwandelt pflanzenbasierte Inhaltsstoffe in ein fertiges Burger-Patty, das sich Kund*innen nach Wunsch individuell zusammenstellen können.  An solchen “Robotern” – wobei ich persönlich hier eher bessere Automaten sehe – versucht sich nun auch Aldi Australien. In einem Pilotprojekt wird ein Pizzabot nun in einer Filiale in Sydney die Kund*innen mit “Pizza in Restaurant-Qualität” beglücken.  

Sind Roboter die Antwort auf den Fachkräftemangel?
Während die vorigen Beispiele wohl mehr der Unterhaltung dienen, hat sich so manches Unternehmen einer Revolution verschrieben – dem vollständigen Ersetzen menschlicher Arbeitskräfte. Einer dieser Revoluzzer ist Nala, ein Unternehmen aus Chicago. Dessen Roboterarme haben ihr eigenes Restaurant in Naperville, Illinois und beherrschen laut Unternehmensaussagen Millionen von Rezepten, die teils von Köchen und Prominenten aus aller Welt stammen. Die Technologie von Nala kann auch Zutaten nach Kundenwunsch personalisieren und anpassen. Doch um Food-Robotik dieser Art zu erleben, braucht es keine Reise nach Illinois. Aitme, ein Berliner Startup, das bereits über 12 Millionen Dollar in Finanzierungsrunden einsammelte, hat sich einer vollautomatisierten Roboterküche verschrieben. Aitmes Roboter soll dabei zukünftig speziell in Kantinen von Firmen, Krankenhäusern und weiteren Orten eingesetzt werden. Der Roboter, der sich in einer futuristischen Box befinden, kann bis zu acht Gerichte zubereiten, die komplett nach den Wünschen der Kund*innen angepasst werden. Weniger an einen Roboter, sondern mehr an einen Automaten erinnert das Produkt ROWOK der Firma SJW Robotics. Und doch werden in dieser Box Zutaten zu einem frischen Wok-Gericht zubereitet. Das Endergebnis erscheint nach etwa 90 Sekunden. Gut 320 Mahlzeiten kann die Robo-Box mit einer Zutaten-Füllung herstellen. So innovativ diese Lösungen auch sein mögen, sie bedürfen viel Platz oder umfangreicher Umbauten, um zu funktionieren. Eine Übergangslösung könnten hier die Roboterarme von Miso Robotics liefern. Ihr Roboter namens Flippy kann in bestehenden (Fast-Food-) Restaurants integriert werden. So wird Flippy bereits in hunderten von Restaurants der Burger-Kette White Castle eingesetzt. Nächste Woche schauen wir uns dann einmal an, wie aus Restaurants vollautomatisierte Food-Fabriken werden, wieso es Kellner zukünftig wohl nur noch in hoch- und mittelklassigen Restaurants geben wird und wie sich die Lieferung auf der letzten Meile verändert.
Startup Corner
BEETGOLD – Vollgemüse Produkte aus Trester 
Ein Food-Startup aus dem Allgäu schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Beetgold setzt Gemüsetrester ein, also dem Pressrückstand, der beim Entsaften übrig bleibt. Damit wird ein Produkt verarbeitet, dass sonst im Müll, in der Biogas-Anlage oder im Tierfutter landet. Darüber hinaus ersetzt der Trester das Mehl und die Tortilla Wraps und Pizzaböden werden glutenfrei, lower carb und ballaststoffreicher als übliche Alternativen.
Muss ich probieren
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Journalist und Nomyblogger Jan-Peter Wulf erzählt im Foodure Podcast über seine fünf wichtigsten Gastronomie-Trends dieses Jahres.Es geht um unsere Innenstädte, Ghost Kitchens, Roboter und natürlich um pflanzenbasierte Ernährung.
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