#10 | Personalized Nutrition • NASA • Gustavo Gusto IPO • Just Nosh • Nutella Werbung

“Guten Morgen, heute haben wir für Sie auf der Speisekarte ein Pulver, welches – angerührt mit Wasser – all die für Sie notwendigen Nährstoffe enthält. Proteine, Kohlenhydrate und Fette entsprechend genau dem für Sie berechneten Werten. Guten Appetit!”

 Ganz ehrlich: wer hat da noch bock auf´s Frühstück?
Aber wer weiß… vielleicht sieht so unsere Zukunft aus. 
Ein Ausblick im Deep Dive. 

Auf die Plätze, Donut,… Los!

Philipp
Deep Dive
“Personalized Nutrition” – nur eine Frage der Zeit
Bei den vielen Entwicklungen, die der Lebensmittelmarkt mit sich bringt, gibt es noch viel mehr Prognosen darüber, wie unsere Ernährung von Morgen aussehen wird. 
Eine dieser Visionen ist die “Personalized Nutrition” – also eine Ernährung, die auf Basis unseres persönlichen Nährstoffbedarfs und unserer DNA speziell für uns vorgeschlagen und angefertigt wird.
Das DigitalFoodLab hat sich das Thema einmal genauer angeschaut – wagt dabei aber keine Prognosen, sondern ordnet “Personalized Nutrition” erstmal in Ebenen ein.

Stufe 0 – keine Personalisierung: Das ist wohl die Stufe, auf der sich die meisten von uns befinden und die, die am meisten Spaß macht. Wir essen was wir wollen.

Stufe 1 – Unterstützung: Hierbei handelt es sich ebenfalls noch nicht um “Personalisierung”. Es existiert eine allgemeines Wissen über Ernährung und Nährstoffbedarf. Unsere Ernährung wird unterstützt durch eine ausgewogener Ernährung (z.B. Ernährungspyramide) oder durch die Einnahme von Supplements. 

Stufe 2 – Ernährungsplan: Jetzt beginnt die Personalisierung. Ärzt*innen, Berater*innen oder Unternehmen analysieren unseren spezifischen Nährstoffbedarf, Veranlagung zu Krankheiten und Besonderheiten unserer Verdauung. 
Auf dieser Basis wird ein persönlicher Ernährungsplan erstellt.

Stufe 3 – personalisierte Lebensmittel: Und so langsam wird es “Science Fiction”. In Stufe 3 wird die Diagnostik aus der vorigen Stufe ergänzt um Daten wie der täglichen Aktivität, Lebensumgebung, Lebensstil und mehr. 
Unser Essen wir auf Basis dieser Daten speziell für uns angefertigt. Und wer weiß: vielleicht bestimmt auch zukünftig eine DNA-Analyse, was wir zu uns nehmen.

Stufe 4 – Automatisierung: Jetzt hört der Spaß endgültig auf. In Stufe 4 wird unser Essen nicht nur auf uns zugeschnitten, es wird uns auch automatisch verabreicht. Vermutlich essen wir auch gar nicht mehr, sondern nehmen intravenös das auf, was wir brauchen. 
Wo stehen wir heute?
Der “Optimization Trend” hat dafür gesorgt, dass Ernährungspläne bereits fest in den Alltag vieler Menschen integriert sind. 
Und Nahrungsergänzungsmittel gehören ebenfalls schon zum Leben vieler dazu, wie der Kaffee am Morgen. Häufig ohne konkrete Diagnose, in vielen Fällen aber auch auf Basis von Bluttests oder der äußeren Umstände (z.B. Vitamin-D im Winter). 
Bis wir die Stufe 3 abschließen, wird es aber noch eine Weile dauern.  
 Wer profitiert von dieser Entwicklung?
Vorerst bleibt es zu komplex, “richtiges” Essen zu personalisieren. Wer seinem Körper aber dennoch nur noch das zuführen möchte, was dieser (mutmaßlich) benötigt, muss sich wohl daran gewöhnen Pulver in Wasser anzurühren.
Das Startup NGX ist hier wohl eines der interessantesten Unternehmen. NGX analysiert die DNA seiner Kunden. Ergänzt um weitere Faktoren werden personalisierte Fertiggerichte hergestellt.

Potenzielle Profiteure könnten auch Unternehmen wie SoylentHuelahead oder yfood sein. Alle vier bieten bereits trinkbare Mahlzeiten an und haben eine entsprechend affine Zielgruppe für den Verzicht auf Genuss. Effizienz ist hier das Credo. 
 Wann werden wir Stufe 4 erreichen?
Puh, ich hoffe nie. Aber es zeigt sich bereits, dass sich eine größere Gruppe von Menschen nicht ständig mit dieser lästigen Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme auseinandersetzen möchte.
Dennoch werden sie sich noch eine Weile gedulden müssen. 
Vorerst bleiben die notwendigen Analysen zu teuer und der menschliche Körper generell zu komplex um unsere Ernährung vollständig personalisieren und automatisieren zu können.

Weitere Ein- und Ausblicke in die Welt der personalisierten Ernährung bietet dieser aktuelle Artikel von DerStandard
News Bites
Die NASA und die kanadische Weltraumbehörde haben die Phase 2 der Deep Space Food Challenge eingeleitet, in der es um die Entwicklung neuartiger Technologien für Lebensmittelproduktionssysteme für Langzeitmissionen im Weltraum geht. Das Preisgeld: bis zu 1 Million Dollar.

Franco Fresco (das Unternehmen hinter der Pizza Marke “Gustavo Gusto” erwägt wohl den Börsengang. Laut Lebensmittelzeitung wurden bereits alle notwendigen Strukturen und Voraussetzungen für den IPO geschaffen.

Amazon weitet seine “Go”-Stores erstmals auf Vorstädte aus. Damit bleibt es bald nicht mehr den Städtern vorbehalten, kassenlos einzukaufen.

Bock auf eine steile Karriere bei McDonald’s? Hier ist was zum üben: Mit diesem alten Nintendo-Spiel wurden einst Mitarbeitern der Fast-Food-Kette geschult.
Startup Corner
Just Nosh – Der Snack aus Lotussamen

Das Snacking wird ja mehr und mehr “Healthy”. Nicht unbedingt die Nährwerte, aber immerhin die Zutaten. Das Startup Just Nosh bringt unter der Marke Lotus Pops, gepoppte Snack-Bällchen aus Lotussamen raus. Bisher gibt es den Snack in den drei Sorten “Pink Salt”, “Smoked Chili” und “Coconut & Cacao”.
Jetzt los noshen
Empfehlung
“Simplicissimus” nimmt Nutella und Co. auseinander

Zugegeben: Ich bin selbst auch Nutella-Jünger. Wohlwissend, dass der Brotaufstrich nichts anderes als ein Schokoriegel in Flüssiger Form ist. Der YouTube Kanal Simplicissimus hat sich die dreiste Marketingstrategie von Nutella nun aber einmal genauer angeschaut und fragt sich: “Warum gehört Nutella eigentlich gerade zum Frühstück?”.
Das muss ich sehen